Latein in der Oberstufe

 

In der gymnasialen Oberstufe steht die Lektüre von Originaltexten der klassischen lateinischen Autoren der Antike im Mittelpunkt. In immer stärkerem Maße gewinnt bei der Erarbeitung der lateinischen Texte neben der Betrachtung sprachlichen Gestaltung und der angemessenen Übertragung ins Deutsche die kritische Interpretation und Reflexion der Inhalte an Gewicht.
 
In der Einführungsphase begegnen die Schülerinnen und Schüler dabei unterschiedlichen Literaturgattungen wie biographischen Texten,  Fabeln, Texten aus Komödie oder antikem Roman. Im Profilbereich werden auch Briefliteratur, antike Mythen und Dichtung (Satire, Witz und Spott sowie mittelalterliche Dichtung) gelesen.
 
In den vier Kurshalbjahren der Qualifikationsphase werden Texte zu den Themen „Gesellschaft und Alltagsleben“, „Geschichte und Politik“, „Welterfahrung in poetischer Gestaltung“ und „Philosophie und Religion“ erarbeitet. Im Hinblick auf die zentrale Aufgabenstellung in der Abiturprüfung stehen Texte aus den Werken Caesars, Ciceros, Ovids, Sallusts, Seneca und im Leistungskurs auch Vergils im Mittelpunkt der Lektüre.
 
Von den vielfältigen Kompetenzen, die gemäß Rahmenplan im Lateinunterricht der gymnasialen Oberstufe vermittelt werden, seien hier nur einige wenige exemplarisch hervorgehoben:

Die Schülerinnen und Schüler

  • übersetzen Texte unter Berücksichtigung der Formenlehre, Textgrammatik und inhaltlicher Aussage treffend ins Deutsche,
 
  • kennen wesentliche Inhalte aus den Bereichen Philosophie, Geschichtsschreibung, Poesie und Rhetorik,
 
  • bewerten wesentliche Nachwirkungen der antiken Kultur in der geistesgeschichtlichen und kulturellen Entwicklung Europas,
 
  • beurteilen Sachverhalte und Meinungen, indem sie in der Auseinandersetzung mit lateinischen Texten fremde und eigene Bewertungskriterien aufzeigen,
 
  • verstehen Texte aus ihrem historischen Kontext heraus, indem sie zwischen aktuellem Vorverständnis und den vergangenen Voraussetzungen der Textproduktion und -rezeption unterscheiden.