Ägypten-Exkursion 2010

Eine völlig andere Welt – Acht Tage im faszinierenden Luxor

Bericht von Nicole Fiedler (13. Jgst.)

 

An einem Donnertag im Februar letzten Jahres trafen sich zwölf müde, aber sehr aufgeregte LateinschülerInnen der zwölften Klasse um 8.45 Uhr am Gate C des Flughafen Tegels.
Dort wurden sie schon von Herrn Schmid, Frau Kalweit und zwei weiteren Begleitpersonen erwartet, die sie herzlich begrüßten. Nach letzten Verabschiedungen, dem Einchecken und dem pünktlichen Start des Flugzeuges begann also die Reise, eine ganze Woche in das faszinierende Ägypten.

Das Erste, das uns in Luxor entgegenschlug, war die erdrückende Hitze. Waren wir doch in Berlin bei Temperaturen um den Nullpunkt losgeflogen, so begegneten uns hier schwülwarme 30 Grad bei schönstem Sonnenschein. Alles war neu und aufregend, die Menschen zeigten eine völlig andere Mentalität, sie waren sehr freundlich und offen. Im Hotel angekommen, bezogen wir unsere Zimmer, die zwar klein und nicht unbedingt hygienisch einwandfrei waren, aber trotzdem vollkommen ausreichten. Schließlich hatten wir uns zu Hause ja schon mental darauf vorbereitet, und selbst mit einer verstopften Toilette oder einer kalten Dusche am Morgen konnte man sich arrangieren. Das Schönste an unserem Hotel jedoch war die Dachterrasse, die einen beeindruckenden Blick über einen Teil der Stadt bot und auf der wir viele Stunden und tolle Abende verbrachten.
Schon der erste Gang durch Luxor zeigte es uns, dies war eine völlig andere Welt! Das Leben lief zu großen Teilen auf der Straße ab, wohin man sich auch wendete, überall war etwas los. Vor allem der Verkehr war das reinste Chaos, das keinen Regeln zu folgen schien, Hauptsache, man besaß eine Hupe.
Trotz der Armut, die sich an vielen Orten zeigte, waren die Menschen fröhlich und aufgeschlossen.
Viele Stunden unserer Reise verbrachten wir in riesigen Tempeln, jeder beeindruckender als der andere, bestaunten Jahrtausende alte Hieroglyphen und Wandmalereien und besuchten Gräber von Königinnen. Das Land der Pharaonen bot jeden Tag viele neue Überraschungen. Am fünften Tag unserer Reise stand ein besonderer Ausflug auf dem Plan – ein Ritt auf Eseln. Nach anfänglichen Navigationsproblemen erfreuten sich alle dieses ungewöhnlichen Transportmittels, das uns durch eine wunderschöne Landschaft führte. Einen anderen Tag fuhren wir auf Drahteseln durch Theben-West und besuchten eine arabische Grundschule. Dort wurden wir trotz unseres unangekündigten Besuchs freundlich und stürmisch empfangen. Im Mathematikunterricht durften wir der Volumenberechnung auf Arabisch lauschen, danach gab man uns die Möglichkeit, aktiv am Englischunterricht teilzunehmen. Auch der Besuch einer Moschee zählte zu unseren Erlebnissen.
Es war erstaunlich, wie schnell wir uns an das Leben dort gewöhnten. Wir lernten, vor allem  durch Herrn Schmid, viele nette und liebenswerte Menschen kennen. Dabei wird uns wohl ein Mann ganz besonders in Erinnerung bleiben. Ahmed, der Getränkeverkäufer von gegenüber, welcher schon seit Jahren mit Herrn Schmid befreundet ist. Er lud uns zum Essen in sein Haus ein, das aus drei Zimmern bestand, in denen er zusammen mit seiner Frau, seinen drei Kindern, seiner Mutter und seiner Schwester lebte. Man konnte deutlich die Armut dieser Leute spüren, doch trotzdem tischten sie uns riesige Mengen an leckerem Essen auf – auch eine Erinnerung, die wir nicht so schnell vergessen werden, die großzügige Gastfreundlichkeit der Ägypter.

Nach acht sehr warmen und erlebnisreichen Tagen traten wir erschöpft, aber glücklich, den Heimweg an. Geblieben sind uns die vielen schönen gemeinsamen Erinnerungen an eine spannende und sehr lehrreiche Woche. Ich denke, jeder von uns hat etwas mitgenommen. Keiner von uns wird wohl die Worte wie „Nice Egyptian“ oder das ständige Hupen vergessen oder die Frage, ob man eine Dame von uns für zehn Kamele kaufen könne. Denn eines war diese Woche ganz gewiss – einzigartig.